„Türöffner-Tag“ der Sendung mit der Maus

Der 3. Oktober 2018 steht im Zeichen der Kinder und Familien: „Die Sendung mit der Maus“ (WDR) hat zum siebten bundesweiten „Türöffner-Tag“ aufgerufen. In Schleswig-Holstein werden sich dann sechs Türen öffnen, die sonst für Kinder verschlossen sind, darunter die Druckwerkstatt von Norbert Weber.

Hier gibt es nachmittags eine Mitmachaktion. Der Kunstverleih im Bootshaus öffnet für zehn Kinder zwischen 3 und 6 Jahren seine Tore. Dort können sie erfahren, wie originale Kunstwerke ausgeliehen werden. Sie suchen sich ein Kunstwerk aus, nehmen es mit in den Ausstellungsraum und benutzen es als Anregung für die eigene Malerei. Sie lernen, wie  man eine Monotypie macht. Mit allerlei Werkzeugen wird Farbe auf eine Kunststoffplatte aufgetragen und anschließend von dem einzigen professionellen Monotypiedrucker weit und breit auf einer schweren Presse auf feines Büttenpapier gedruckt. Die Aktion dauert ca. zwei Stunden (13:00 – 15:00 Uhr) Die Teilnahme ist nur möglich nach Anmeldung unter cult@nordcult.de (begrenztes Platzkontingent).

Als Monotypiedrucker arbeiten, heißt Experimentierfreude mit größter technischer Präzision zu verbinden und für die kleinen Künstler nicht nur Ausführender, sondern Partner im Schaffensprozess zu sein:  „Ich freue mich, wenn ich am Türöffner-Tag auch bei dem einen oder anderen Maus-Fan für noch mehr Durchblick sorgen kann.“

ensemble reflexion K in der Galerie NEMO

Mit „stream – im Fluss“ verlässt die Konzertreihe Neue Musik Eckernförde die derzeit wegen Innenrenovierung geschlossene St. Nicolai-Kirche und erkundet mit einem „Wanderkonzert“ neue Hörformen und Konzertorte in der Eckernförder Innenstadt.

Start und Ziel der Aufführung ist am Freitag, dem 17. 8. ab 19:30 Uhr das Schleswig-Holsteinische Künstlerhaus, Ottestraße 1, zwei weitere Konzertorte können in wenigen Minuten zu Fuß erreicht werden.  Ein Ort ist der Ausstellungsraum der Galerie NEMO, der andere das Langlo-Haus der Kirchengemeinde St. Nicolai.

Bei schönem Wetter gibt es die Möglichkeit, den Abend im Innenhof des Künstlerhauses sommerlich ausklingen zu lassen…

Programm:

Salvatore Sciarrino
„Ommaggio a Burri“  (1995)
für Altflöte, Bassklarinette und Violine

Gerald Eckert
„Brandung“  (2010)
für Tonband (und Video)
„Schemen – Feld 30“  (2017)
für Kontrabassklarinette und Tonband

Pablo Araya
„PHOWA“  (2018)   (UA)
für Bassflöte solo

Adriana Hölszky
„like a bird. Hommage à György Kurtág“  (2006)
für Violine solo

Helena Tulve
„stream“  (2006)
für Flöte, Klearinette, Violine und Violoncello

ensemble reflexion K
Beatrix Wagner Flöte
Joachim Striepens Klarinette
Lenka Zupkova Violine
Gerald Eckert Violoncello/ Klangregie

Ojārs Pētersons „Brücke über das Meer“

Passanten, die auf der Eckernförder Strandpromenade in Höhe des Exer unterwegs sind, fragen sich häufig, wie wohl das andere Ende der orangen Holzkonstruktion „Brücke über das Meer“ aussehen mag.

Der Künstler Ojārs Pētersons und die Leiterin der Sammlung des Lettischen Museums für zeitgenössische Kunst Astrīda Rogule haben am 26. Juli fünfzehn Eckernfördern, die mit Norbert Weber nach Riga gereist waren, die Gelegenheit gegeben, das im Depot des Lettischen Nationalen Kunstmuseums liegende Pendant in Augenschein zu nehmen. Dort lagern die zugerichteten Bauteile, die nach der Fertigstellung des Lettischen Museums für zeitgenössische Kunst vor dessen Neubau aufgebaut werden sollen.

Im November 2015 wurde eine Stiftung gegründet, die 30 Millionen Euro für das Museum bereitstellte. Einen internationalen Wettbewerb gewann das Büro von Adjaye Associates aus England . Der Bau wird auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs errichtet und von einem Park umgeben sein. Das Areal bildet den Übergang zwischen dem Neubaugebiet und älteren Vierteln der lettischen Hauptstadt. Das Museum soll zeitgenössische Kunst von 1960 bis zur Gegenwart zeigen. Die Sammlung fokussiert auf die Ostseeregion mit besonderer Berücksichtigung der lettischen Kunst.

Am 18. November 2021 soll das Gebäude des „Latvian Museum of Contemporary Art” (LMoCA) eröffnet werden.

Monotypien von René J Goffin

René J Goffin

Vom 14. Juli bis zum 20. August ist der Ausstellungsraum der Galerie Nemo Schauplatz einer Folge von Monotypien des Künstlers René J Goffin, die in den Wochen davor in der Werkstatt von Norbert Weber entstanden sind.

Monotypien sind  „gedruckte Malerei“, d. h. der Künstler malt mit (Öl)farben auf einem Untergrund, auf dem die Farbe nicht haftet (Kunststoff, Metall). Sie wird auf Büttenpapier abgedruckt. Es gibt nur einen einzigen Abzug. Die ästhetische Qualität unterscheidet sich grundlegend von Malerei auf Papier. Die unter Druck „abgegebene“ Farbe ist von hoher Transluzenz. Der Pressendruck glättet nicht nur das Büttenpapier, er quetscht Farbe unkalkulierbar, erzeugt unvorhersehbare Formen.

Als Drucker von Monotypien arbeitet Norbert Weber ohne Auftrag. Es gibt keine Bewerbung. Er lädt Künstler ein, deren Arbeit ihn interessieren und von denen er annimmt, dass eine Zusammenarbeit erfolgreich und ertragreich werden kann. Ein Erfolg ist nicht garantiert, denn es liegt im Wesen der Monotypie, dass die Ergebnisse risikoreich sind. Ein Monotypiedrucker muss Drucke als misslungen aufgeben können (was gerade bei Beginn einer Kooperation vorkommt), er muss ehrlicherweise auch zugeben können, dass die Arbeit mit einem Künstler überhaupt nicht harmoniert. Dann muss eine Zusammenarbeit auch aufgegeben werden können.

 

 

Artotheken im digiCULT-Verbund

Erste Reihe von links: Norbert Weber (Vorsitzender Artothekenverband SH), Freederike Remmers (Support Erfassungssoftware digiCULT), , Dr. Jens Ahlers (Vorstandsvorsitzender digiCULT), Frauke Rehder (Geschäftsführerin digiCULT), Erik Westermann-Lammers (Direktor der Investitionsbank SH) und Landtagspräsident Klaus Schlie

Im Plenarsaal des schleswig-holsteinischen Landtages wurde am 7. Juni im Rahmen in der Reihe „Kulturland Schleswig-Holstein“ die Ausstellung „Von der Karteikarte zu digitalen Kulturlandschaften – die digiCULT-Verbund eG“ eröffnet.

Der Artothekenverband Schleswig-Holstein mit Sitz im Eckernförder Bootshaus ist seit 2015 Mitglied des Verbundes und inventarisiert seine Grafikbestände mit der digiCULT- Software. Sie ermöglicht die Datenerfassung nach aktuellen Dokumentations-Standards unter Verwendung von kontrollierten Vokabularen.

 

Traditionelles Handwerk als immaterielles Kulturerbe

Die Eckernförder Stadtführungen kommen in die Kupferdruckwerkstatt von Norbert Weber. Termine sind am 6. Und 16. Mai, 20. Juni, 11. Juli und 15. August 2018.

An diesen Tagen sind die Besucher eingeladen, einem der letzten Kupferdrucker Deutschlands über die Schulter zu schauen. Norbert Weber druckt ein Werk des bekannten Künstlers Prof. Peter Nagel, eine Radierung in Mezzotintotechnik. Besucher können exklusiv ein signiertes Exemplar der Originalgrafik „Tina mit Zebra-Fisch“ zum Sonderpreis erwerben. Die Führungen wenden sich an Besucher Eckernfördes, aber auch an Einheimische.

Handwerksbetriebe und vor allem die Menschen, die dahinter stehen,  beweisen täglich, dass man gerade in Zeiten der Globalisierung und technischen Innovationen mit Beständigkeit und Mut wertvolle alte Traditionen bewahren kann. Die UNESCO definiert „Tradition“ im Sinne gelebten Erfahrungswissens, das über Generationen verfeinert, abgewandelt, erweitert und zukunftsfähig weitergegeben wird.

Menschen, die alte Handwerkstechniken pflegen, verdienen Anerkennung. Sie verleihen vielen unserer alltäglichen Gegenstände Individualität, schaffen mit viel Kreativität Erzeugnisse von großer Qualität und helfen uns nicht zuletzt dabei, dass alte Fertigkeiten nicht in Vergessenheit geraten.

Bjørn Nørgaard: Schwarz Brot? Grün Brot?

Die Ausstellung mit Monotypien von Bjørn Nørgaard basiert auf einer Auswahl, die Corinna Sinjen im Rahmen eines Pflichtpraktikums getroffen hat. Sie studiert Kunstgeschichte und Musikwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und hat sich bei Norbert Weber in Eckernförde zunächst mit der Inventarisierung von Grafik befasst.

Dazu gehörte auch die Auseinandersetzung mit dem Verfahren der Monotypie. Bjørn Nørgaards Werk „Schwarz Brot? Grün Brot?“ wurde dabei zum faszinierenden Ausgangspunkt für eine Ausstellung, deren Auswahl und Hängung Corinna Sinjen verantworten durfte.

Neben von Mustern und Symbolen geprägten Papierarbeiten zeigt sich in dem Werk „Schwarz Brot? Grün Brot?“ das experimentelle Vorgehen des Künstlers. Die mit roter und grüner Farbe eingewalzten Brotscheiben bettet Bjørn Nørgaard auf einem leuchtend roten Hintergrund. Ergebnis ist ein objekthaftes Gebilde, das sein Entstehung einer ungewöhnlichen Materialerprobung verdankt. Kann man Brotscheiben drucken?

Das Ergebnis ist erstaunlich und kann nun im Galerieraum auf einem Sockel besichtigt werden. Es ist, wie Thorsten Sadowski es nennt, ein für den Künstler so typischer „Balanceakt zwischen gleichsam verschwiegener inhaltsarm-serieller Materialerprobung einerseits und überschäumender ornamentaler Fabulierlust andererseits.“

Im Anschluss an diese Schau wird Corinna Sinjen eine Ausstellung mit Werken von Barbara Camilla Tucholski kuratieren, darunter die Radierfolge „Pusteblume“, die in ihrer Praktikumszeit in der Werkstatt Norbert Webers für die Hamburger Griffelkunst-Vereinigung in Auflage gedruckt worden ist.

 

Eine Seite des Wahnsinns

Am 19. 1. 2018 findet um 19 Uhr in der Galerie NEMO eine Performance statt. Gezeigt wird  der Stummfilm „Eine Seite des Wahnsinns“ des japanischen Regisseurs Kinugasa Teinosuke aus dem Jahr 1926. Der mexikanische, in Madrid lebende Komponist und Klangkünstler Iván Ferrer-Orozco begleitet die Aufführung mit elektronischer Live-Musik.

Der Film galt fast 50 Jahre lang als verschollen, bis er 1971 in Kinugasas Lagerhaus wiederentdeckt wurde. Der Film ist das Produkt einer Avantgarde Gruppierung japanischer Künstler namens Shinkankaku-ha (Stil der neuen Wahrnehmung). Kawabata Yasunari, der 1968 den Nobelpreis für Literatur erhielt, wird im Vorspann als Autor der Geschichte angegeben.

Der Film spielt in einer psychiatrischen Anstalt. Obwohl er zu einem stetig verstörender werdenden Bildstrudel zusammengeschnitten ist, erzählt der Film unzusammenhängend die Geschichte des Hausmeisters der Anstalt, in der seine Frau als Patientin untergebracht ist.

Iván Ferrer-Orozco war im vergangenen Jahr Stipendiat des Schleswig-Holsteinischen Künstlerhauses. Seine Musik wurde auf Festivals in Mexiko, Spanien, Süd Korea, Argentinien, Kanada, Deutschland, Italien und den USA aufgeführt. Darüber hinaus wirkt er als Klangkünstler, Kurator und Performer.

Video Screening: 100 Finnen von Tuomo Manninen

Die Republik Finnland feiert in diesen Tagen den 100. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit. Aus diesem Anlass gab es Gratulationen aus zahlreichen Ländern.  So wurde unter anderem das Kolosseum in Rom, die Christusstatue in Rio de Janeiro und die Niagarafälle in den finnischen Nationalfarben weiß und blau beleuchtet.

Der finnische Fotokünstler Tuomo Manninen, der sein Land bei der Biennale in Venedig 2001 vertreten hat, hat sich ein besonderes Jubiläumsprojekt ausgedacht. Am 6. Dezember um 17 Uhr gab es die Premiere eines Videoprojekts, bei dem 100 Finnen weltweit das überaus populäre Kirchenlied “Maa on niin kaunis” („Das Land ist so schön“) anstimmen. An dem Projekt ist auch die Galerie NEMO beteiligt.

Besucher der Galerie können auf Wunsch bis Weihnachten das auch bei YouTube publizierte Video im Großformat vorführen lassen.

 

Antlitz des Paradieses – Face of Paradise

Ausgangspunkt für die Ausstellung „Antlitz des Paradieses“ sind zwei Bücher des Gottorfer Hofbibliothekars und Gelehrten Adam Olearius (1599-1671), „Neue Orientalische Reise“, die Beschreibung einer Handelsexpedition der schleswig-holsteinischen Gesandtschaft Friedrichs III. an den persischen Hof in Isfahan, und „Persianischer Rosenthal“, die Übersetzung von Sa’adis „Golestān“.

Der Golestān des Dichters Sa‘adi (* um 1210; † um 1292), geschrieben 1259, ist eine Sammlung von persischen Gedichten und Geschichten. Neben dem Bustān ist es das zweite allgemein bekannte Werk des Dichters Sa‘adi und zählt zu den wichtigsten Werken der persischen Literatur.

Das vorwiegend in Prosa verfasste und mit Versen unterschiedlicher Form und Metren durchzogene Werk erschien in acht Kapiteln – ähnlich den acht Pforten zum Paradies. Das Werk enthält Geschichten und persönlich gefärbte Anekdoten, Aphorismen, Ratschläge und humorvolle Reflexionen. Es umfasst Kapitel zum Umgang mit den Königen, über die Moral der Derwische, über die Zufriedenheit und die Vorzüge des Schweigens, über Liebe und Jugend, Schwäche und Alter, die Wirkung der Erziehung und Regeln über das gute Leben.

Die iranischen Künstler Sana Ghobbeh und Sina Seifee reflektieren die Beziehung zwischen den Kulturen Persiens und Deutschlands vor dem Hintergrund der Werke Adam Olearius‘ und Sa’adis. Sie arbeiten mit Videoinstallationen und Projektionen. In der Ausstellung werden u.a. Digitalisate der Bücher und Kupferstiche des 17. Jahrhunderts gezeigt.

Zur Vorbereitung arbeiteten die Künstler in der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek. 

Veranstalter sind das Schleswig-Holsteinische Künstlerhaus und die Galerie NEMO in Zusammenarbeit mit der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek.